|
Daher unser Aufruf an uns alle:
Wir wollen, dass die Menschen in Österreich und Europa staatsvertragliche und menschenrechtliche
Regelungen respektieren und dass jahrzehntelange Verzögerungen in der Umsetzung ein Ende finden.
Wir wollen, dass die Menschen in Österreich und Europa oberstgerichtliche Entscheidungen akzeptieren
und diese ohne Wenn und Aber von den politischen Organen realisiert werden. Versuchte
Destabilisierungen der Gesellschaft und jeder Versuch, Verfassungserkenntnisse lächerlich zu machen
und sich darüber hinwegzusetzen, sind energisch zurückzuweisen und zu unterbinden.
Wir wollen, dass die Menschen in Österreich und Europa bei der Verwirklichung der kulturellen Vielfalt
durch Aufstellung von zwei- und mehrsprachigen Ortstafeln ein Zeichen der gegenseitigen Achtung setzen
und nicht unbegründete Bedrohungen und fiktive Territorialansprüche konstruiert werden, um erneut Ängste
zu schüren und als politisches Kapital zu missbrauchen.
Wir wollen, dass die Menschen in Österreich und Europa ihre eigene Sprache vollkommen offen
gebrauchen und durch das Erlernen von anderen Sprachen die Kommunikation untereinander verbessern.
Wir wollen, dass die Menschen in Österreich und Europa einander und ihren Nachbarn aufgeschlossen
begegnen, sich der gegenseitigen Achtung vergewissern, sich Grenzen in fließende Übergänge verwandeln
und sich Mann und Frau nicht ihrer geistigen, sozialen und kulturellen Grundlagen berauben.
Wir wollen, dass die Menschen in Österreich und Europa die verschiedenen Kulturen und Sprachen als
Bereicherung sehen und sich nicht wieder eine Kultur, eine Sprache über andere erhebt.
Daher ist es uns Pflicht - nicht als Minderheit oder Mehrheit, sondern als
Bürgerinnen und Bürger des österreichischen Staates und der Europäischen Union -, dass wir die Verfassung vor jeglichem Versuch ihrer Unterwanderung in Schutz nehmen;
dass wir verstehen, dass über Rechte von Minderheiten und das Schicksal von „kleineren“ Kulturen und
Sprachen nicht von der Mehrheit befunden oder gar entschieden werden kann.
Daher ist es unser ausdrücklicher Wunsch, die Patenschaft für zweisprachige Ortstafeln in Kärnten zu übernehmen und damit als Bürgerinnen und
Bürger dieses Landes und der Europäischen Union zum Ausdruck zu bringen, dass die Einhaltung der
Verfassung eine Selbstverständlichkeit ist, und dass jahrzehntelangen verfassungsrechtlichen
Verpflichtungen sofort nachgekommen wird;
die Gleichberechtigung von Kulturen und Sprachen durchzusetzen - entgegen der Tendenz, aus Europa
einen Supranationalstaat zu machen;
die Patenschaft auch als Aufforderung für alle in Europa zu verstehen, auch selber ein Zeichen für ein gleichberechtigtes
Zusammenleben zu setzen. Damit wird jenen, die nach wie vor die ,,Überlegenheit“ der
eigenen Kultur propagieren (was einem friedlichen Zusammenleben in Europa, Österreich und Kärnten
diametral entgegensteht), Einhalt geboten.
|